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Unternehmensnachfolge 8 Min Lesezeit

Unternehmen kaufen statt gründen: Warum der Erwerb eines bestehenden Betriebs der smartere Weg ins Unternehmertum ist

Warum ein Unternehmenskauf oft klüger ist als eine Neugründung. Erfahren Sie, wie Sie ein bestehendes Unternehmen erwerben, finanzieren und erfolgreich weiterfü

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen
  • Entscheidungshilfe: Gründen vs. Kaufen: Die nüchterne Betrachtung
  • Ihr Vorteil: Die demografische Chance: Warum jetzt der beste Zeitpunkt ist
  • Die drei Typen von Kaufgelegenheiten – verständlich erklärt
  • Unternehmenskauf finanzieren: Die wichtigsten Modelle

Wer den Traum vom eigenen Unternehmen hat, denkt meist zuerst an eine Neugründung. Ein leeres Blatt Papier, eine zündende Idee, ein Businessplan – und dann losgründen. Doch die Realität sieht anders aus: Rund 80 % aller Neugründungen scheitern in den ersten fünf Jahren. Gleichzeitig stehen in Deutschland aktuell über 200.000 etablierte Unternehmen zum Verkauf – mit bestehenden Kunden, eingespielten Teams und nachgewiesenen Umsätzen.

Die Frage, die sich immer mehr junge Unternehmer stellen: Warum von Null anfangen, wenn ich ein funktionierendes Unternehmen übernehmen kann?

Gründen vs. Kaufen: Die nüchterne Betrachtung

Die romantische Vorstellung vom visionären Gründer, der in der Garage die nächste Weltfirma aufbaut, ist ein schöner Mythos. In der Praxis zeigt sich: Die meisten erfolgreichen Unternehmer sind nicht wegen einer genialen Produktidee erfolgreich geworden, sondern weil sie unternehmerische Grundprinzipien verstanden und angewandt haben – Marketing, Vertrieb, Teamführung, Finanzmanagement.

Und genau hier liegt der entscheidende Vorteil eines Unternehmenskaufs: Du startest nicht bei null. Du übernimmst ein System, das bereits funktioniert. Die Frage ist nur, ob du es besser führen kannst als der Vorgänger.

Was du bei einer Neugründung erst aufbauen musst, bringt ein bestehendes Unternehmen bereits mit:

Ein bestehender Kundenstamm generiert vom ersten Tag an Umsatz. Eingespielte Prozesse und Systeme ermöglichen sofortige Produktivität. Mitarbeiter kennen das Geschäft und die Kunden. Lieferantenbeziehungen sind etabliert. Die Marke hat bereits einen Ruf im Markt. Und das Unternehmen verfügt über eine nachweisbare Finanzhistorie, die Banken und Investoren überzeugt.

Die demografische Chance: Warum jetzt der beste Zeitpunkt ist

Deutschland erlebt gerade die größte Unternehmensübergabe-Welle seiner Geschichte. Die Baby-Boomer-Generation – geboren zwischen 1946 und 1964 – geht in den Ruhestand. Viele dieser Unternehmer haben Betriebe aufgebaut, die seit Jahrzehnten profitabel laufen: Handwerksbetriebe, mittelständische Produktionsunternehmen, Dienstleister, Fachgroßhändler.

Das Problem: In vielen Fällen gibt es keinen familieninternen Nachfolger. Die Kinder haben andere Karrierewege eingeschlagen. Das bedeutet eine historisch einmalige Gelegenheit für ambitionierte Käufer – denn ein Markt mit mehr Angebot als Nachfrage bedeutet bessere Konditionen für den Käufer.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den nächsten Jahren werden hunderttausende KMU-Inhaber einen Nachfolger suchen. Wer sich jetzt positioniert, kann Unternehmen zu fairen Bewertungen erwerben – oft deutlich unter dem Preis, den sie in einem Verkäufermarkt erzielen würden.

Die drei Typen von Kaufgelegenheiten

Nicht jedes Unternehmen, das zum Verkauf steht, ist eine gute Investition. Grundsätzlich lassen sich die Kaufgelegenheiten in drei Kategorien einteilen.

Die "Cashflow-Maschine" ist der Idealfall. Ein profitables Unternehmen mit stabilen, wiederkehrenden Umsätzen, einem eingespielten Team und einem Inhaber, der sich aus Altersgründen zurückziehen möchte. Diese Unternehmen werden oft als "langweilig" bezeichnet – Gebäudereinigung, Industriezulieferer, Fachgroßhandel – aber genau diese "langweiligen" Unternehmen sind die profitabelsten Übernahmen.

Der "Hidden Champion" ist ein Unternehmen mit starkem Produkt oder starker Marktposition, das aber in bestimmten Bereichen Defizite hat – etwa im Marketing, in der Digitalisierung oder in der Vertriebsstruktur. Hier liegt das Potenzial in der Optimierung: Mit modernem Marketing und professionellem Vertrieb lässt sich der Umsatz oft verdoppeln, ohne das Kerngeschäft zu verändern.

Das "Turnaround-Objekt" ist ein Unternehmen in Schwierigkeiten, das aber über wertvolle Assets verfügt – Kunden, Patente, Mitarbeiter, Marktposition. Diese Deals sind am risikoreichsten, bieten aber auch das höchste Renditepotenzial für erfahrene Unternehmer.

Unternehmenskauf finanzieren: Die wichtigsten Modelle

Die häufigste Frage, die angehende Unternehmenskäufer stellen: "Woher bekomme ich das Kapital?" Die gute Nachricht: Du brauchst nicht das gesamte Kaufkapital aus eigener Tasche.

Seller Financing (Verkäuferdarlehen) bedeutet, dass der Verkäufer selbst einen Teil des Kaufpreises stundet. Er erhält sein Geld über einen vereinbarten Zeitraum, oft zu moderaten Zinsen. Der Vorteil: Der Verkäufer hat ein Eigeninteresse am Erfolg des Nachfolgers und bleibt oft beratend zur Seite.

Earn-Out-Vereinbarungen koppeln einen Teil des Kaufpreises an die zukünftige Geschäftsentwicklung. Wenn das Unternehmen nach der Übernahme die vereinbarten Ziele erreicht, zahlt der Käufer den Restbetrag. Das reduziert das Risiko für den Käufer erheblich.

Mezzanine-Kapital füllt die Lücke zwischen Eigenkapital und klassischem Bankkredit. Es ist eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital und eignet sich besonders für Unternehmensübernahmen, bei denen die Eigenkapitalquote des Käufers allein nicht ausreicht.

Kapitalgeber und Investorennetzwerke können ebenfalls an der Finanzierung beteiligt werden. Über spezialisierte Plattformen wie Canvena lassen sich Finanzierungsstrukturen aufbauen, die mehrere Kapitalquellen intelligent kombinieren – von KI-gestütztem Investorenmatching bis zu direktem Zugang zu Family Offices und institutionellen Investoren.

Die Pyramide des Unternehmertums: Wo stehst du?

Erfahrene Unternehmer beschreiben die KMU-Landschaft oft als Pyramide. An der breiten Basis befinden sich rund 80 % Solo-Selbständige – Menschen, die sich im Grunde einen Job erschaffen haben, der oft nicht einmal gut bezahlt ist. In der Mitte finden sich etwa 15 % Unternehmer mit Mitarbeitern, die aber selbst den ganzen Tag im Geschäft feststecken und unter Kontrollzwang leiden. An der Spitze stehen nur 5 % – Unternehmer, die wie Investoren denken und ihr Unternehmen so aufbauen, dass es auch ohne ihre tägliche Mitarbeit funktioniert.

Genau hier wird der Unternehmenskauf strategisch interessant: Wenn du ein bestehendes Unternehmen kaufst und es mit der Denkweise eines Investorenunternehmers führst – mit klaren Strukturen, starkem Management und langfristiger Wertschöpfung – dann hast du einen gewaltigen Vorsprung gegenüber jedem, der bei null anfängt.

Die fünf Schritte zum erfolgreichen Unternehmenskauf

Schritt 1: Definiere deine Kriterien. Welche Branche? Welche Unternehmensgröße? Welcher Standort? Wie viel Eigenkapital kannst du einbringen? Je klarer deine Suchkriterien, desto effizienter der Prozess.

Schritt 2: Finde die richtigen Deals. Die besten Unternehmensverkäufe laufen oft nicht über öffentliche Börsen, sondern über Netzwerke und spezialisierte Vermittler. Plattformen wie Canvena bieten Zugang zu Deals, die nicht öffentlich gelistet sind.

Schritt 3: Due Diligence. Prüfe das Unternehmen gründlich – Finanzen, Verträge, Mitarbeiter, Kunden, Rechtsrisiken. Eine saubere Due Diligence ist die Versicherung gegen böse Überraschungen. Nutze dafür eine strukturierte Checkliste und ziehe bei Bedarf externe Berater hinzu.

Schritt 4: Finanzierung strukturieren. Kombiniere verschiedene Finanzierungsquellen zu einem tragfähigen Gesamtpaket. Hier kann eine professionelle Finanzierungsberatung den Unterschied machen zwischen einem Deal, der platzt, und einem Deal, der funktioniert.

Schritt 5: Übernahme und die ersten 100 Tage. Die Übergabephase ist kritisch. Investiere in die Beziehung zu den Mitarbeitern, verstehe die bestehenden Prozesse, bevor du Veränderungen einleitest, und sichere die Schlüsselkunden-Beziehungen.

Fazit: Kaufen ist das neue Gründen

Die Zeiten, in denen Unternehmertum automatisch "Gründen" bedeutete, sind vorbei. In einer Ära, in der hunderttausende profitable Unternehmen einen Nachfolger suchen, ist der Kauf eines bestehenden Betriebs oft der schnellere, sicherere und profitablere Weg ins Unternehmertum.

Du brauchst dafür keine geniale Produktidee. Du brauchst unternehmerisches Denken, die richtigen Fähigkeiten in Marketing und Vertrieb, ein gutes Netzwerk – und den Zugang zu Kapital. An Letzterem sollte es heute nicht mehr scheitern: Mit der richtigen Finanzierungsstruktur und den richtigen Partnern lässt sich nahezu jeder solide Unternehmenskauf realisieren.

Die demografische Welle rollt. Die Frage ist nicht, ob es genügend Kaufgelegenheiten gibt – sondern ob du bereit bist, sie zu ergreifen.

Daniel Huber – CANVENA Strategieberatung
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Gründer & CEO von CANVENA | 215 Mio. USD Track Record
d.huber@canvena-invest.com
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