Das Nullsummenspiel: Warum die meisten Anleger die Märkte nicht schlagen können
Ihr Bankberater sitzt Ihnen gegenüber und sagt: »Ich habe einen Fonds, der den Index um 3% p.a. schlägt.« Sie sind beeindruckt. Der Haken: Diese 3% Outperformance wurde vergangenes Jahrzehnt erreicht. Die akademische Forschung ist eindeutig: 85% der aktiven Fondsmanager schlagen ihren Index über 15 Jahre nicht (nach Gebühren). Das ist nicht Zufall – das ist Mathematik. Dieser Artikel erklärt, warum das Nullsummenspiel die meisten Anleger zwingt, den Index zu kaufen.
Warum Märkte ein Nullsummenspiel sind
Ein Nullsummenspiel ist einfach: Für jeden Gewinner gibt es einen Verlierer. Wenn ein Manager 15% macht und der Index 10%, dann muss ein anderer Manager 5% machen (alles andere konstant).
Auf den Märkten bedeutet das: Der Durchschnitt aller Manager ist gleich dem Index (vor Gebühren). Nach Gebühren schlagen durchschnittliche Manager den Index nicht.
Die Mathematik:
- Index-Rendite: 10% p.a.
- Durchschnittliche Manager-Gebühr: 1-2% p.a.
- Durchschnittliche Manager-Rendite (nach Gebühren): 8-9% p.a.
- Manager schlagen Index: Nein, sie underperformen um 1-2%
Die SPIVA-Studie: 85% underperformance über 15 Jahre
Die Standard & Poor's Index Versus Active Funds (SPIVA) Studie ist die definitive Antwort. Sie vergleicht über 20 Jahre, wie viele aktive Fondsmanager ihre Benchmarks schlagen.
Die Ergebnisse sind brutal:
- 1-Jahres-Periode: ~50% schlagen den Index (Zufall)
- 5-Jahres-Periode: ~35% schlagen den Index
- 10-Jahres-Periode: ~25% schlagen den Index
- 15-Jahres-Periode: ~15% schlagen den Index (85% underperformance)
Das zeigt etwas Wichtiges: Über kurze Perioden kann ein Manager Glück haben. Über lange Perioden wird Glück zu Zufall.
Warum auch gute Manager nicht konsistent outperformen
Selbst wenn Sie einen Manager finden, der die letzten 5 Jahre 13% p.a. gemacht hat, bedeutet das nicht, dass er die nächsten 5 Jahre auch 13% macht.
Die Gründe:
1. Mean Reversion
Der Manager, der 13% macht, hat wahrscheinlich eine Strategie, die gerade sehr gut funktioniert. Aber wenn der Markt sich ändert, funktioniert die Strategie schlechter. Sie revertieren zu Durchschnitt.
2. AUM Scaling Problem
Der erfolgreiche Manager sammelt Kapital an. Ein Manager, der €300 Mio. mit 13% p.a. verdient, kann das mit €3 Mrd. nicht tun. Größe zerstört Alpha.
3. Skill vs. Luck
Statistisch ist es extrem unwahrscheinlich, dass 5-10 Jahre Outperformance nur Zufall ist. Aber es ist auch schwer zu beweisen, dass es »Skill« ist. Deshalb ist Konsistenz über >15 Jahre notwendig.
Die Implikation für Ihre Investmentstrategie
Die akademische Implikation ist klar: Kaufe den Index.
Das bedeutet nicht, dass Sie keine Managed Funds kaufen sollten. Es bedeutet nur:
- Wenn Sie Active Funds kaufen, suchen Sie nach den Top 15%, nicht nach dem »besten« Manager (weil Top 15% sind nicht einfach zu identifizieren).
- Diversifizieren Sie unter Managern, um Konzentrationsrisiko zu vermeiden.
- Verwenden Sie ein Portfolio aus Index Fonds + ein paar handpicked Alternatives Managers (z.B. 70% Index, 30% High-Quality Alternatives).
- Zahlen Sie weniger als 0,5% Gebühren, wenn Sie Active Funds kaufen (nicht 1-2%).
Quellen & Studien
- Swensen, David: »Pioneering Portfolio Management« (2000)
- Ellis, Charles: »Winning the Loser's Game« (2017)
- Academic Studies on Portfolio Management
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